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Chronik der Feuerwehr Graach

Beginn des Jahres 1894
1906
1907
1911 bis 1913
1914 bis 1918
1919
1918 bis 1924
1921
1924 bis 1933
1933 bis 1945
1946 bis 1959
1959 bis 1975
1975 bis 1982
1982 bis 1993
1993 bis 1997
ab 2002
2003 bis 2005
2005 bis 2009
2010 bis 2013
2014 bis Heute

Beginn des Jahres 1894

Zu Beginn des Jahres 1894 fanden sich mehrere engagierte Männer aus Graach zusammen, um über die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr zu beraten. Die Notwendigkeit einer organisierten Brandbekämpfung war in den Jahren zuvor immer deutlicher geworden. Insbesondere der schwere Eisgang des Winters 1893 hatte der Bevölkerung eindringlich vor Augen geführt, wie hilflos man größeren Naturereignissen und Unglücksfällen ohne geordnete Hilfe gegenüberstand. Bei diesem Eisgang erlitt unter anderem der Schiffer Geller im Kueser Hafen erhebliche Schäden an seinem dort vor Anker liegenden Weinschiff.

Solche Ereignisse, aber auch immer wieder auftretende Brände in eng bebauten Ortskernen, führten zu der Erkenntnis, dass ein freiwilliger Zusammenschluss zum Schutz von Menschenleben, Hab und Gut dringend erforderlich war. Im Mai 1894 war es schließlich so weit: Eine Gruppe von Bürgern rief die Freiwillige Feuerwehr Graach ins Leben.

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten:

Peter Josef Pauly, Sebastian Velten, Christoffel Dietz, Nikolaus Thomas, Johann Michael Ehlen, Willibrord Schäfer, Karl Kunsmann, Josef Kieren-Ehlen, Josef Schäffer, Peter Meyer-Geller, Peter Meyer, Bäcker und Gastwirt Mathias Josef Meyer, Johann Flesch, Peter Mertz, Heinrich Köhnen, Peter Felzen, Peter Kieren-Pohl, Nikolaus Beucher-Steffni, Peter Heinz Steffni, Anton Bernard Thanisch, Johann Meyer-Zimmer, Peter Bechtel, Peter Heil und Josef Kieren.

Aus den Reihen dieser Männer wurde Peter Josef Pauly zum ersten Wehrführer gewählt. Er sollte dieses verantwortungsvolle Amt bis zu seinem Tod im Jahr 1916 ausüben und die Wehr über mehr als zwei Jahrzehnte entscheidend prägen. Zu seinem Stellvertreter wurde Heinrich Köhnen ernannt. Das Amt des Schriftführers übernahm Anton Bernard Thanisch, während Mathias Josef Meyer als Kassierer für die finanziellen Belange der jungen Wehr verantwortlich war.

Die Ausbildung einer Rettungsabteilung wurde Josef Ehlen übertragen. Die erste feuerwehrtechnische Ausbildung der gesamten Wehr führte Stefan Studert aus Zeltingen durch. Trotz der einfachen Ausrüstung und der begrenzten technischen Möglichkeiten jener Zeit war der Ausbildungsstand bemerkenswert hoch. Die angesetzten Übungen wurden stets vollzählig besucht, was den starken Zusammenhalt und die große Einsatzbereitschaft der Kameraden widerspiegelte.

1906

Der erste größere Einsatz der noch jungen Wehr erfolgte im Jahr 1906, als es auf der Schäferei zu einem Großbrand kam. Dieser Einsatz stellte eine ernsthafte Bewährungsprobe dar, die jedoch erfolgreich gemeistert wurde.

1907

Bereits ein Jahr später, 1907, brannte es in der heutigen Weberstraße im Anwesen von Peter Jakobs. In diesem Fall gelang es der Graacher Feuerwehr erstmals, einen Brand vollständig aus eigener Kraft zu bekämpfen und größeren Schaden zu verhindern.

1911 bis 1913

Die Jahre 1911 bis 1913 waren geprägt von außergewöhnlicher Trockenheit und großer Hitze. Während der Heuernte brach in der Gastwirtschaft Meyer (heute Gasthaus zur Traube) ein Brand aus, der rasch auf benachbarte Gebäude übergriff. Neben der Gastwirtschaft fielen auch die Nachbarhäuser der Geschwister Johann Kieren-Steiner sowie das Dach des Hauses Josef Schäffer den Flammen zum Opfer.

Nur einen Tag später brannte auf der Schäferei das Haus Leutzgen vollständig ab. Im Jahr 1913 folgte ein weiterer verheerender Großbrand, bei dem ein ganzer Häuserblock – darunter die Bäckerei Kieren, die Anwesen Nikolaus Heinz, Adam Beucher sowie die Schmiede Kunsmann – betroffen war. Um ein weiteres Übergreifen der Flammen zu verhindern, musste das Haus Christoffel Velten schließlich abgerissen werden.

1914 bis 1918

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges änderte sich das Leben in Graach grundlegend. Über 30 Feuerwehrkameraden wurden zum Wehrdienst eingezogen. Die personelle Situation der Feuerwehr wurde dadurch erheblich geschwächt. Wehrführer Peter Josef Pauly sah sich gezwungen, eine sogenannte Pflichtwehr ins Leben zu rufen, um den Brandschutz weiterhin sicherzustellen.

Trotz der schwierigen Umstände kam es während der vier Kriegsjahre lediglich zu einem größeren Brand. Dabei wurden die Häuser Johann Horne-Kieren und Johann Heinz bis auf die Grundmauern zerstört.

1919

Beim großen Feuerwehrfest im Jahr 1919 in Trier trat die Graacher Wehr erstmals in ihrer neuen blauen Uniform auf, was den Stolz und das gewachsene Ansehen der Feuerwehr nach außen sichtbar machte.

1918 bis 1924

Nach dem Ende des Krieges im Jahr 1918 versuchte Heinrich Köhnen, die Wehr wieder auf ihren früheren Stand zu bringen. Da Wehrführer Pauly bereits 1916 verstorben war, wurde Josef Kieren-Ehlen zum neuen Wehrführer gewählt. Auch er legte sein Amt jedoch bereits 1919 nieder.

Bei der darauffolgenden Wahl ging Peter Geller-Thanisch als Brandmeister und Wehrführer hervor. Er wurde später zum Oberbrandmeister ernannt. Zu seinem Stellvertreter wurde Nikolaus Zimmer-Heinz gewählt. Nach dessen Tod übernahm Nikolaus Probst dieses Amt.

1921

Im Jahr 1921 plante die Wehr, das ausgefallene 25-jährige Stiftungsfest nachzuholen. Der zweite Sonntag im August war bereits festgelegt, und die Feuerwehr trat zur Schauübung an. Diese musste jedoch abgebrochen werden, da zeitgleich im Schloss Lieser ein Brand ausbrach und die Graacher Wehr in Bereitschaft bleiben musste.

Ein besonders dramatischer Einsatz folgte in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember 1921. Bei eisiger Kälte gefror das Wasser in den Schläuchen, während die Häuser Nikolaus Ehlen-Kieren und Anton Ehlen-Theobald den Flammen zum Opfer fielen. Die Feuerwehr musste hilflos zusehen, wie die Gebäude niederbrannten – ein Einsatz, der den Kameraden lange in Erinnerung blieb.

1924 bis 1933

In der Jahreshauptversammlung vom 3. Mai 1924 wurde August Zimmer-Beucher zum Oberbrandmeister und Wehrführer gewählt. Zum Brandmeister bestimmte man Nikolaus ProbstPeter Braun und später Jakob Inglen wurden ebenfalls zu Brandmeistern ernannt. In diesen Jahren stabilisierte sich die Feuerwehr Graach organisatorisch und personell nach den schwierigen Nachkriegsjahren.

Vom 2. bis 4. Juni 1929 richtete die Feuerwehr Graach das Kreisfeuerwehrfest aus, ein bedeutendes Ereignis für den Ort.

Am 7. Oktober 1931 brannte das Gasthaus zur Traube zum zweiten Mal vollständig ab. Nur zwei Jahre später, in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli 1933, wurde Graach erneut von einem Großbrand heimgesucht. Dabei wurden die Häuser von Felix Kieren, das Doppelhaus Kieren-Meyer, sowie die Anwesen Lauterbach und Pütz vollständig zerstört. Die Häuser Mathias Ehlen-Köhnen und Heinrich Eckstein-Kieren wurden schwer beschädigt.

1933 bis 1945

Da sich Oberbrandmeister August Zimmer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktiv an der Feuerwehr beteiligen konnte, wurde Nikolaus Probst zum neuen Oberbrandmeister ernannt und mit der Führung der Wehr betraut. Neben dieser Aufgabe übernahm er auch das Amt des stellvertretenden Amtswehrführers des Amtes Bernkastel-Land – eine Funktion, die er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 innehatte.

Am 1. November 1944 brannte das Haus Josef Kieren-Geller vollständig ab. Besonders hervorzuheben ist bei diesem Einsatz die hervorragende Leistung der zur Feuerwehr verpflichteten Mädchenabteilung, die unter schwierigsten Bedingungen ihren Dienst versah.

1946 bis 1959

Im Jahr 1946 brannte das Haus Liell (Schenkmann) zum zweiten Mal vollständig ab. Nach dem Krieg schied Oberbrandmeister Nikolaus Probst aufgrund anderer Verpflichtungen aus der aktiven Wehrführung aus. Seine Nachfolge trat zunächst Brandmeister Gustav Schäffer an, später übernahm Josef Beucher-Meyer die Führung der Wehr.

Am 20. Dezember 1949 wurde der damalige Ortsbürgermeister Peter Weber zum Brandmeister gewählt und mit der Führung der Feuerwehr Graach beauftragt. Sein Stellvertreter wurde Peter Braun.

In der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober 1952 kam es im Josefshof zu einem Brand, der nur mit Unterstützung mehrerer Nachbarwehren unter Kontrolle gebracht werden konnte. Auch beim Brand des Hauses der Witwe Johann Etz im Februar 1954 war die Hilfe benachbarter Feuerwehren notwendig.

Im Jahr 1956 erhielt die Feuerwehr Graach eine zweite Tragkraftspritze TS 8, wodurch sich die Einsatzfähigkeit der Wehr deutlich verbesserte.

1959 bis 1975

Vom 27. bis 29. Juli 1959 veranstaltete die Feuerwehr Graach den Kreisfeuerwehrtag, verbunden mit dem 65-jährigen Jubiläum der Feuerwehr sowie dem Stiftungsfest der Feuerwehr Schäferei.

Am 18. Januar 1960 wurde Alex Flesch zum Wehrführer gewählt, sein Stellvertreter wurde Arthur Ehlen. Im Dezember 1961 schaffte die Wehr einen Tragkraftspritzenanhänger an.

Am 1. Dezember 1967 wurde Alex Flesch zum Oberbrandmeister ernannt. Auf der Versammlung am 17. Januar 1968 beschloss man die Bildung einer Wettkampfgruppe, die bereits 1969 und 1970 beachtliche Platzierungen erreichte.

Am 12. April 1968 verstarb das aktive Mitglied Klemens Meyer im Alter von nur 40 Jahren – ein schwerer Verlust für die Feuerwehr.

1975 bis 1982

Ein neues Feuerwehrhaus wurde 1976 mit viel Eigenleistung der Kameraden errichtet. Der Umzug in das neue, jedoch räumlich begrenzte Gebäude erfolgte am 5. Juli 1976.

Neben dem Einsatzdienst prägte auch der Spielmannszug das Feuerwehrleben. Dieser bestand von 1949 bis 1961 und wurde zunächst von Edgar Ehlen, später von Josef Lauterbach geleitet.

Das 85-jährige Bestehen der Feuerwehr wurde vom 18. bis 20. August 1979 im Rahmen eines Verbandsfeuerwehrfestes gefeiert.

1982 bis 1993

Das große Hochwasser zu Beginn der 1980er-Jahre, insbesondere am 20. November 1982, stellte die Feuerwehr erneut vor große Herausforderungen. Moselwasser floss über die Schäferei, was den Einsatz zahlreicher Motorspritzen erforderlich machte.

Am 26. April 1982 fand die Gründungsversammlung der Jugendwehr statt – ein wichtiger Schritt zur Sicherung des Nachwuchses.

In den folgenden Jahren bewältigte die Wehr zahlreiche Brände, technische Hilfeleistungen und Hochwassereinsätze. Besonders hervorzuheben ist die Anschaffung einer neuen Motorspritze

1993 bis 1997

Das Jahrhunderthochwasser im Dezember 1993, auch als Weihnachtshochwasser bekannt, stellte eine der größten Herausforderungen in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Graach dar. Über Tage hinweg herrschte Ausnahmezustand entlang der Mosel. Besonders der 22. Dezember 1993 ging in die Geschichte ein, als der Pegelstand in Zeltingen mit 11,73 Metern seinen Höchststand erreichte. Dieses Hochwasser zählt zu den schwersten Ereignissen, die die Region je erlebt hat.

Für die Feuerwehr bedeutete dies unzählige Einsatzstunden, schlaflose Nächte und enorme körperliche Belastungen. Keller mussten ausgepumpt, Gebäude gesichert und gefährdete Bereiche überwacht werden. Neben der Feuerwehr waren auch viele Bürgerinnen und Bürger im Dauereinsatz. Diese Tage machten eindrucksvoll deutlich, wie wichtig Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe und eine funktionierende Einsatzorganisation sind.

Nur etwas mehr als ein Jahr später, vom 22. Januar bis 1. Februar 1995, kam es erneut zu einem lang andauernden Hochwasser. Wieder waren Feuerwehr und Bevölkerung über Tage hinweg gefordert. Die Einsatzkräfte arbeiteten unter schwierigsten Bedingungen, um Schäden zu begrenzen und die Sicherheit im Ort aufrechtzuerhalten.

Ein weiteres extremes Hochwasser folgte am 28. Februar 1997, als der Pegel in Zeltingen 10,01 Meter erreichte. Innerhalb weniger Jahre wurde die Feuerwehr Graach somit mehrfach an ihre Belastungsgrenzen geführt. Dieses Jahrzehnt ging als eines der hochwasserreichsten in der Geschichte der Wehr in die Chronik ein.

ab 2002

Ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr Graach war die Gründung des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr Graach e. V. Am 8. März 2002 fand die Generalversammlung statt, aktive, inaktive sowie Ehrenmitgliede waren anwesend.

Ziel der Vereinsgründung war es, die Einsatzbereitschaft langfristig zu stärken, den kameradschaftlichen Zusammenhalt zu fördern und die Feuerwehr auch organisatorisch zukunftssicher aufzustellen. Die Gründung trug maßgeblich dazu bei, die Tradition der Feuerwehr Graach zu bewahren und gleichzeitig neue Wege für die Zukunft zu eröffnen.

Zum ersten Vorsitzenden des Vereins wurde Matthias Meyer gewählt.

Im Jahr 2002 verzeichnete die Feuerwehr drei Einsätze. Zwei davon betrafen Kaminbrände, die rasch unter Kontrolle gebracht werden konnten. Ein weiterer Einsatz galt dem Brand eines Altkleidercontainers.

Ebenfalls im Jahr 2002 wurde ein gebrauchter Anhänger angeschafft und in mühevoller Eigenarbeit zu einem Beleuchtungsanhänger umgebaut. Gegen Ende des Jahres konnte dieser schließlich in den Einsatzdienst übernommen werden – ein weiteres Beispiel für den großen Einsatzwillen der Kameraden.

2003 bis 2005

Nach einer sechsjährigen Pause kam es vom 2. bis 5. Januar 2003 erneut zu Hochwasser. Die Aufräumarbeiten gestalteten sich schwierig, da sie teilweise bei Schneefall durchgeführt werden mussten. Erst nachdem alle Arbeiten abgeschlossen waren, zeigte sich die Sonne – fast so, als wolle sie das Geleistete würdigen.

Im selben Jahr legte der bisherige zweite Wehrführer Peter Prüm sein Amt nieder. Bei der notwendigen Neuwahl wurde Karl-Josef Heinz zum neuen zweiten Wehrführer gewählt. Infolge dieser Veränderung gab er auch das Amt des Jugendwartes ab, das fortan von Holger Christmann übernommen wurde.

Am 28. Juni 2003 legten zehn Kameraden in Laufeld erfolgreich das Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Silber ab – ein Beweis für den hohen Ausbildungsstand der Wehr.

Der Sommer 2003 war außergewöhnlich heiß und trocken. Die Feuerwehr befand sich in erhöhter Alarmbereitschaft, musste jedoch glücklicherweise nur zweimal ausrücken.

Das Jahr 2004 verlief einsatztechnisch sehr ruhig. Lediglich zwei Einsätze waren zu verzeichnen: ein Flächenbrand an der Mosel sowie ein Einsatz zur Unterstützung des Rettungsdienstes nach einem Sturz im Weinberg.

Vom 25. bis 27. Juni 2004 feierte die Feuerwehr Graach ihr 110-jähriges Bestehen mit einem großen Feuerwehrfest.

2005 bis 2009

Im Jahr 2005 wurde das neue Feuerwehrhaus gemeinsam mit dem Gemeindelager errichtet. Hunderte Stunden freiwilliger Arbeit wurden von den Feuerwehrkameraden geleistet. Mit Stolz  Kann gesagt werden:

Die Feuerwehr Graach hat ihr Feuerwehrhaus mit eigenen Händen gebaut.

Auch in den folgenden Jahren blieb das Einsatzaufkommen überschaubar. Zu erwähnen sind unter anderem:

  • ein abgestürzter Drachenflieger, der sich vor Eintreffen der Feuerwehr selbst befreien konnte,
  • eine Ölspur, die gemeinsam mit der Straßenmeisterei und der Ortsgemeinde beseitigt wurde,
  • sowie ein vorzeitig entzündetes Martinsfeuer am 11. November, das rechtzeitig gesichert werden konnte.

Im Jahr 2008 wurde ein gebrauchter VW-Bus in Eigenleistung zu einem Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) umgebaut – ein weiteres gelungenes Gemeinschaftsprojekt.

Der einzige Einsatz im Jahr 2009 war ein durch Sturm umgestürzter Baum am 11. Juni.

2010 bis 2013

Im Jahr 2010 wurde Matthias Meyer erneut zum Vorsitzenden des Vereins gewählt. Dieses Jahr war einzigartig in der Geschichte der Feuerwehr Graach:
Es gab keinen einzigen Einsatz.

Am 5. August 2011 wurde Karl-Josef Heinz zum neuen Wehrführer gewählt. Zwar verliefen die Brandeinsätze in diesem Jahr glimpflich, doch das schwere Unwetter vom 26. August 2011 verursachte erhebliche Sachschäden in der Gemeinde.

Am 14. Januar 2012 wurde Dieter Meyer zum neuen ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt. Das Jahr 2012 war mit acht Einsätzen wieder deutlich arbeitsreicher.

Ein besonderer Höhepunkt folgte im Jahr 2013: die Indienststellung des neuen TSF-W. Das Fahrzeug wurde vom 10. auf den 11. Dezember 2013 in Görlitz abgeholt. Damit konnte das alte TSF – liebevoll „unsere Omi“ genannt – in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet werden.

2014 bis Heute

Im Jahr 2014 wurde im Rahmen des Herbst- und Schlachtfestes das 120-jährige Bestehen der Feuerwehr Graach gefeiert. Gleichzeitig erfolgte die offizielle Indienststellung des neuen TSF-W. In diesem Jahr wurden fünf Einsätze verzeichnet, darunter ein besonders tragischer Verkehrsunfall nach dem Fastnachtsumzug am 2. März 2014, bei dem eine Taxifahrerin tödlich verunglückte.

Ein bedeutender Schritt in der Geschichte der Feuerwehr Graach war die Fusion mit der Feuerwehr Schäferei zum 1. Januar 2015. Mit diesem Zusammenschluss wuchs die Kameradschaft auf 24 Mitglieder an. Gleichzeitig endete die 57-jährige Geschichte der Feuerwehr Schäferei – ein Schritt, der sowohl mit Stolz als auch mit Wehmut verbunden war.

Am 18. März 2016 wurde Dieter Meyer erneut zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt. Im Jahr 2015 bewältigte die Feuerwehr drei Einsätze.

Im Jahr 2016 wurde Michaele Geller zur Wehrführerin gewählt. Mit ihrer Wahl schrieb die Feuerwehr Graach Geschichte, denn sie war die erste Wehrführerin in der Geschichte unserer Einheit.

Das Jahr 2019 verlief feuerwehrtechnisch vergleichsweise ruhig. Insgesamt wurden drei Einsätze abgearbeitet. Zwei davon dienten der Unterstützung des Rettungsdienstes. Beim dritten Einsatz wurde die Feuerwehr aufgrund einer gemeldeten starken Rauchentwicklung alarmiert. Vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass es sich lediglich um ein normales Grillfeuer handelte, sodass kein Eingreifen erforderlich war. Am 02.10.2019 wurde Manuel Heinz zum neuen Wehrführer ernannt.

Im Januar 2020 wurde Manuel Heinz erneut zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt.

Der erste Einsatz im Jahr 2020 erfolgte am 18.02.2020, als aufgrund eines Stromausfalls das Feuerwehrgerätehaus besetzt werden musste. Ab dem 16.03.2020 war der Übungsbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie stark eingeschränkt und zeitweise nur noch in digitaler Form möglich. Diese Zeit stellte die Feuerwehr vor große Herausforderungen, da digitale Übungen keinen gleichwertigen Ersatz für praktische Ausbildung darstellen.

Der 27.05.2020 war ein ungewöhnlicher Tag für die Feuerwehr Graach, da erstmals zwei Einsätze an einem Tag bewältigt werden mussten: morgens ein Brandeinsatz und mittags eine Tragehilfe zur Unterstützung des Rettungsdienstes. Am 06.06.2020 kam es zu einem Schuppenbrand unterhalb der Schäferei, der gemeinsam mit der Feuerwehr Kues gelöscht wurde. Ein weiterer Einsatz folgte am 16.08.2020, als ein umgestürzter Baum die B53 blockierte. Auch hier erfolgte die Abarbeitung gemeinsam mit der Feuerwehr Kues. Der letzte Einsatz des Jahres fand am 28.11.2020 statt. Gemeldet war ein Brand in einem Weinberg unterhalb der Schäferei, der sich jedoch als kontrollierte Verbrennungsstelle für Reben herausstellte und schnell beendet war.

Das Jahr 2021 begann weiterhin unter dem Einfluss der Corona-Pandemie, sodass zunächst nur digitale Übungen erlaubt waren. Insgesamt hatte die Feuerwehr Graach in diesem Jahr lediglich zwei Einsätze. Am 28.03.2021 kam es zu einem Verkehrsunfall in Richtung BKS. Glücklicherweise entstand nur Sachschaden, der Fahrer blieb unverletzt. Der zweite Einsatz war das Hochwasser im Juli 2021. Ungewöhnlich war hierbei das sommerliche Wetter – statt Kälte und Regen begleiteten Sonnenbrand und Hitze die Arbeit beim Sandsackfüllen. Obwohl es auch in Graach zu Hochwasser kam, blieb der Ort im Vergleich zu den Ereignissen an der Ahr glimpflich verschont. Besonders deutlich wurde in dieser Zeit der starke Zusammenhalt im Dorf: Zahlreiche Helfer unterstützten beim Sandsackverbau und bei den anschließenden Aufräumarbeiten.

Die Einsätze im Jahr 2023 hielten sich zahlenmäßig in Grenzen, waren jedoch vielfach außergewöhnlich. Am 12.04.2023 wurde gemeinsam mit der Feuerwehr Kues eine Person aus der Mosel geborgen. Weitere Einsätze umfassten einen Mülltonnenbrand an der Mosel, einen ausgelösten Rauchwarnmelder in der Kirchgasse um 3:14 Uhr (Fehlalarm), einen weiteren Fehlalarm am Josephshof sowie auslaufende Betriebsstoffe in der Bernkasteler Straße.

Der 08.07.2023 markierte einen der größten Brandeinsätze der letzten Jahrzehnte. Unterhalb der Schäferei war ein großflächiger Vegetationsbrand im Unterholz ausgebrochen. Dank des umsichtigen und schnellen Handelns der Bewohner der Schäferei konnte Schlimmeres verhindert werden – die Flammen kamen bis auf etwa zehn Meter an die Gebäude heran. Im Einsatz waren sechs Feuerwehren, die Polizei sowie der Rettungsdienst. Insgesamt waren über 70 Feuerwehrangehörige beteiligt. Der Einsatz endete gegen 1:00 Uhr, anschließend wurde durch die Feuerwehr Graach bis 6:00 Uhr morgens eine Brandwache gestellt.

Im Jahr 2024 wurden insgesamt sieben Einsätze verzeichnet. Der erste Einsatz war ein Kaminbrand, der glücklicherweise durch Reinigen und Belüften rasch abgeschlossen werden konnte. Im Mai führte ein erhöhter Moselpegel zu erhöhter Aufmerksamkeit, jedoch blieb die Gemeinde von größeren Schäden verschont. Am 29.06.2024 wurde ein umgestürzter Baum von der Fahrbahn entfernt. Ungewöhnlich für Graach waren zwei Wohnungsbrände in diesem Jahr. Beide Einsätze gingen glimpflich aus – es entstand lediglich Sachschaden. Ein weiterer Einsatz im September auf der Staudt zeigte eindrucksvoll, wie gefährlich es sein kann, vermeintlich kalte Asche unachtsam im Unterholz zu entsorgen. Auch dieser Einsatz endete glücklicherweise ohne größere Folgen.

Die Einsätze im Jahr 2025 waren ebenso vielfältig wie herausfordernd. Der erste Einsatz des Jahres war eine Personensuche im Bereich Maria Zill. Ein weiterer Einsatz führte die Feuerwehr zum Josephshof, wo ein Brandmelderalarm ausgelöst hatte, der sich als Fehlalarm herausstellte. Tragisch verlief der Einsatz am 19. Juli 2025, als eine Person aus einem fließenden Gewässer geborgen werden musste. Leider konnte die Person nur noch tot geborgen werden.

Ein glimpflicher Einsatz folgte am 02.01.2026 in einem Aussiedlerhof. Hier konnte ein Brand schnell unter Kontrolle gebracht werden, sodass sich das Feuer im Wesentlichen auf den Flur beschränkte und ein größerer Schaden verhindert wurde.

Schlusswort

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Graach ist geprägt von Einsatzbereitschaft, Kameradschaft und ehrenamtlichem Engagement über Generationen hinweg. Von den Anfängen im Jahr 1894 bis zur modernen Feuerwehr von heute steht eines stets im Mittelpunkt:
der Dienst am Mitmenschen.

Unsere Chronik ist noch nicht abgeschlossen – sie wird mit jedem Einsatz, jeder Übung und jeder neuen Kameradin und jedem neuen Kameraden weitergeschrieben.

Wehrführer:

1894-1916: Pauly, Peter Josef
1916-1918: Köhnen, Heinrich
1918-1919: Kieren-Ehlen, Josef
1919-1924: Geller-Thanisch, Peter
1924-1944: Zimmer-Beucher, August
1944-1945: Probst, Nikolaus
1945-1949: Schäffer, Gustav und Beucher-Meyer, Josef
1949-1959: Weber, Peter
1960-1984: Flesch, Alex
1984-1996: Kien, Ludwig
1997-2011: Meyer, Matthias
2011-2016: Heinz, Karl- Josef
2016-2019: Geller, Michaela
ab 2019: Heinz, Manuel